Edwin Sprenger ist Inhaber und Geschäftsleiter der Sprenger Söhne AG in Neftenbach. Bei einem Kaffee bei Edwin Sprenger hat sich Reto Engelhard mit ihm unterhalten und so einiges über ihn als Mensch und seine Laufbahn erfahren.
Bereits als Kind hat Edwin Sprenger gerne gezeichnet und mit Holz modelliert. Er wusste früh, dass er Zimmermann werden wollte. Mit seinem fundierten Wissen hat er bereits in jungen Jahren angefangen, eigene Projekte zu verfolgen. Durch geschäftlich glückliche Umstände und trotz gewissen Schicksalsschlägen, konnte er über sich selbst hinauswachsen. Zusammen mit seiner zukünftigen Frau hat er, noch sehr jung, das eigene Haus geplant und gebaut.
Was ist dir wichtig bei der Zusammenarbeit mit anderen?
Das Zwischenmenschliche muss stimmen, gegenseitiges Vertrauen ist für mich das Wichtigste.
Hast du auch schon schlechte Erfahrungen gemacht?
Und ob! Ich musste zum Beispiel unserem damaligen Mitinhaber der Familien AG eine grosse Summe für seinen Aktien-Anteil auszahlen. Dank der Unterstützung von der Familie und von guten Freunden hat diese Teilungs-Geschichte dann tatsächlich geklappt. Generell habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, durchzuhalten. Auch wenn es schwierig ist oder man vermeintlich keinen Ausweg sieht – irgendwie geht es immer. Aufgeben ist sicher keine Option.
Gab es auch mit Kunden oder Geschäftspartnern unschöne Erlebnisse?
Ja leider. Einmal hatten wir in einer Baugesellschaft einen Rechtsstreit wegen angeblicher Mängel an einem von uns erstellten Klimaholzhaus – in der Höhe von 450’000 Franken! Der Kunde hat uns vier Unternehmer betrieben – für je 500’000 Franken. Dabei gab es nur ein paar wenige – unbestrittene – kleinere Mängel. Gegen die Betreibungen haben wir uns gewehrt und auch Recht bekommen. Um die Gegenpartei nicht in grosse finanzielle Schwierigkeiten zu bringen, haben wir eine aussergerichtliche Einigung angestrebt und auch so abgeschlossen. Manchmal muss man halt auch nachgeben können; leben und leben lassen.
Was ist dir wichtig, wenn du selbst bzw. im Auftrag von Kunden baust?
Zufriedene Käufer sind uns sehr wichtig. Und natürlich ist es schön, wenn es finanziell auch aufgeht. Jedes Projekt ist ein Risiko, aber du kannst nicht sagen, du seist Unternehmer und dann nicht bereit sein, Risiken einzugehen.
Was macht Ihr als Firma für die Energiewende?
Ich setzte mich bei unseren Baustellen für die E-Mobilität ein. Ich denke, dass sie künftig immer wichtiger und die Nachfrage grösser wird. Deshalb setze ich mich ein, Liegenschaften mit Elektrotankstellen zu bauen. Die heutige Käuferschaft hat andere Anforderungen, was das Elektrische anbelangt, z. B. hinsichtlich Spot-Beleuchtung. Auch LED ist eine tolle Lösung.
Wie siehst du die Zukunft der Baubranche?
Ich glaube, dass der Landpreis nicht mehr so sprunghaft ansteigt, wie wir das in den letzten Jahren erlebt haben. Dennoch wird er sich weiterhin nach oben entwickeln. So oder so bleibt die Baubranche nicht stehen, dafür sorgt schon allein der Mangel an Bauland. Es wird vermehrt Aufstockungen, Sanierungen und Ersatzbauten geben und man wird wohl auch grösser bauen. Der Personalmangel im Baugewerbe ist heute schon ein Problem. Er wird sich noch verschärfen, was sicherlich auch eine Frage des Lohnniveaus ist.
Wenn du etwas auf der Welt verändern könntest, was wäre das?
Dass die Menschen der Natur mehr Sorge tragen. Der Umgang mit unseren Ressourcen ist ein grosses Problem. Da sollten wir mit grosser Sorgfalt dran arbeiten.